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Hinger dīr Britz

Der Kölner Karneval hat 199 eine schwierige Belastungsprobe zu bestehen. Der Krieg am Golf führt zu harten Auseinandersetzungen über die Frage, ob man in solchen Zeiten Karneval feiern könne. Eine außerordentliche Versammlung der Präsidenten beschließt, auf alle öffentlichen Veranstaltungen zu verzichten; Saalveranstaltungen finden, von wenigen Ausnahmen abgesehen, statt.
Die Altstädter unter Führung ihres Präsidenten Reinold Louis treffen sich Weiberfastnacht, wie gewohnt, auf dem Alter Markt, diesmal aber in Zivil, also ohne Uniform. Unterstützt von Bläck Fööss, Höhner, Paveier und 5000 Jecken wird ohne Verstärkeranlagen spontan gesungen und geschunkelt.
Rosenmontag ziehen die "Alternativen" ebenso durch die Stadt wie die "Traditionellen". Auf dem Alter Markt begegnen sich beide Züge, marschieren eine kurze Wegstrecke gemeinsam. Dann trennen sich die Wege: die einen zieht es in die Südstadt, die anderen ziehen zur Hahnentorburg, dem Quartier der Ehrengarde Rundfunk, Fernsehen und die Kölner Zeitungen schränken ihre Karnevals-Berichterstattung ein oder verzichten ganz darauf, Werbung und Showsendungen laufen aber weiter.